Planetenweg

17.09.2006

Schon um kurz nach 7 Uhr fand mein Schlaf sein Ende. Da ich mir den Wecker eigentlich für 8 Uhr gestellt hatte, drehte ich mich noch ein paar Mal um, bis dann auch mein Wecker der Meinung war: “Mädchen, du könntest jetzt ml aufstehen!“ Was bleibt mir da anderes übrig? Ich kann und will ja nicht den ganzen Tag im Bett verbringen. Also raus aus den Federn, waschen, Bett machen und Frühstück. Dieses Mal hab ich mir für meine Exkursion gleich noch zwei Stullen geschmiert, damit ich nicht wieder anfange nachzudenken, ob ich mir nicht doch etwas zu essen kaufe und der Hunger nicht der Grund für die Rückkehr wird. Ich schätze, es war so ca. 9.45 Uhr als ich doch endlich das Zimmer verlies und mich auf meinen Weg in die Stadt machte. Ganz nach Vorschlag des Stadtführers hab ich mir vorgenommen, den “Planetenweg“ abzuwandern. Zur Erklärung: Über knapp 6 km sind in Wernigerode die Säulen unserer Planeten (inklusive Pluto!) aufgestellt. Die Abstände entsprechen im Verhältnis 1:frag mich nicht den realen Abständen im All. Starten soll man bei der Sonne.
Das war auch schon das erste Problem, da ich gedacht hatte, die Sonne wäre in Form einer großen Säule dargestellt, die in der Nähe des Bahnhofs stand. Doch da suchte ich vergeblich nach einer solchen. Erst später, als ich verzweifelt aufgab und zurück zum Wegweiser für den Planetenweg ging, fand ich sie. Eine große Kugel, direkt neben dem Schild! Da wurde mir klar, dass ich schon am Vortag zwei Mal dran vorbeigelaufen war. Die ersten Säulen (Merkur, Venus, Erde) machten dann glücklicherweise weniger Probleme und so hellte sich meine Stimmung doch schnell wieder auf. Mars hatte ich von Weiten doch glatt für eine Parkuhr gehalten, die Säule aber doch noch rechtzeitig erkannt. Jupiter war mit Hilfe meiner Stadtkarte auch schnell gefunden. Dank ihm weiß ich nun auch, wo ein Kino in Wernigerode ist (zumindest ein kleines). ;)
Auf dem Weg zu Saturn fotografierte ich die Silvestikirche und das Schloss von weitem – und lief dann glatt an der Säule vorbei. Als ich an dem Platz ankam, an dem ich auf dem Weg zu Uranus wechseln sollte, bekam ich den Fehler mit und lief – stur wie ich bin – noch einmal zurück. Wer mich gesehen hat, muss mich für total bescheuert gehalten haben. Saturn fand ich schließlich dicht neben einem Auto stehend, halb verdeckt und einer Parkuhr zum verwechseln ähnlich. Nun ja, ein Foto von der Säule und wieder in Richtung Uranus. Wie man weiß, werden die Abstände ja nun immer größer, und so galt es nun rund 1400 m bis Uranus zurückzulegen. Auf dem Weg dorthin passierte ich nicht nur eine Reihe von Gärten, sondern auch Tennisplätze. Allerdings glaube ich, dass sie dem örtlichen Verein zugehören, dank meinem Stadtführer weiß ich aber, dass es noch eine Tennishalle gibt, die ebenfalls 3 Plätze außerhalb hat. ^^
Uranus befand sich am Eingang eines Wildparks. Auf einer Bank legte ich meine erste Pause ein, um meine Birne zu essen. Hätte ich gewusst, was auf dem Weg zu Neptun auf mich zukommt, hätte ich mir vielleicht überlegt, ob ich nicht doch lieber den Leuten auf dem Tennisplatz zuschaue. Aber wenn ich mir was vornehme, zieh ich das auch durch. Der Weg durch den Wildpark war konstant ansteigend und langsam merkte ich, wie mir der Schweiß auf die Stirn trat. Entsprechend der Beschreibung ging es dann eine ziemlich Steile Treppe durch den Wald hinauf. Mit merklich gesteigerter Körpertemperatur oben angekommen begann schon das Chaos. Die Beschreibung sagte lediglich, dass der Weg zur “Silbertanne“ von dem erreichten Platz abbiegen sollte. Doch da waren insgesamt 4 Wege. Ein Schild, dass auf den “Lustgarten“ hinwies (woran ich später vorbeikommen sollte) zeigte auf zwei Wege: eine Treppe und einen normalen abschüssigen Weg. Da ich genug von Treppen hatte, entschied ich mich für den Weg. An der nächsten Weggabelung gab es dann ein äußerst verwirrendes Schild: Ein Pfeil der in zwei entgegengesetzte Richtungen wies! Nunja, das schloss immerhin 2 der 4 Möglichkeiten aus, aber viel zu spät merkte ich, dass ich mich wohl doch für die falsche Richtung entschieden hatte. Über Umwege und mehrere Wegweiser (und einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt) fand ich schließlich zur Straße “Am Lustgarten“. Um dann doch noch irgendwie Neptun zu finden, orientierte ich mich an der Beschreibung zwischen Neptun und Pluto und als ich schon glaubte, ich würde die Säule gar nicht mehr finden, sah ich sie. Ich überlegte, ob ich nicht den Weg nun zurück zu Uranus laufen sollte, nur um mal zu schauen, wo genau ich falsch gelaufen war, aber da mir der Magen langsam knurrte und ich erst an der letzten Säule meine Stullen essen wollte, machte ich mich einfach auf den Weg zur letzten Station. Pluto zu finden war kein Problem, nur das Planetarium, welches sich am gleichen Standort befand, war irgendwie enttäuschend. Es sah heruntergekommen und verdächtig geschlossen aus. Schade.
Um wenigstens in halbwegs netter Umgebung meine Mittagspause einzulegen, suchte ich mir im Park (Lustgarten) eine Bank und überlegte, was ich nun weiter tun sollte. Es war erst 13 Uhr und in meinem Zimmer würde es mir doch recht langweilig werden. Also entschloss ich mich noch zwei als sehenswürdig gekennzeichnete Häuser in der nahe gelegenen “Breiten Straße“ zu besichtigen. Auf dem Rückweg schaute ich noch kurz beim Kino vorbei, um festzustellen, dass sie momentan “Das Parfum“ und “Cars“ ausstrahlen und machte mich dann auf den Weg zurück. Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte (wie praktisch doch so ein Waschbecken im Zimmer ist) fiel ich erstmal ins Bett. Ich schaffte nur ein paar Seiten im Buch, bevor ich mich doch zum (Nach-)Mittagsschlag entschied.
Was der Abend so brachte? Nya, ich hab nun endlich mein Bewerbungsformular ausgefüllt (mit ein paar Lücken *seufz*), meine Fotos auf den PC gezogen und mit meinen Eltern telefoniert. Mama war ein wenig irritiert, als ich meinte, ich hätte mich heut im Wald verirrt. ^^’

Spontanes Sightseeing

16.09.2006

Was für eine Nacht. Ich bin mehrfach wach geworden. Ich glaub, ich schieb es auf den Härtegrad der Matratze. Um 7 Uhr rum war langsam klar, viel länger schläfst du heute nicht mehr. Der Himmel draußen war grau und lud nicht zum Aufstehen ein. Also schaltete ich den Radiowecker ein und legte mich wieder hin. Zu Hause kann ich das Stundenlang machen. Hier hielt ich es nicht mal eine Stunde aus. Ich stand also doch auf, machte mein Bett, frühstückte und wusch mich. Da es draußen regnete – meine Naturalien standen wohl verpackt noch immer draußen und freuten sich hoffentlich ein wenig über die Abkühlung – blieb mir zunächst nur mein PC. Erst hatte ich mir vorgenommen, das mehrere MB große Skript für den Vorkurs durchzuarbeiten, aber nach ein paar Minuten war jede Motivation dafür verschwunden. Glücklicherweise riss die Wolkendecke bald auf und setzte auch dem Regen ein Ende. Ich machte mich also mit einem Fläschchen Multisaft, einer Birne, meiner Kamera und natürlich meinem Stadtführer auf den Weg in die Stadt.
Ich spazierte durch die Stadt – entschied ziemlich spontan, was ich mir als nächstes anschauen würde und legte so einige Meter mehr zurück, als insgesamt nötig gewesen wären. Das ein oder andere Foto entstand, für 1 EUR schaute ich mir das kleinste Haus der Stadt von innen an und ich nahm die ausgeschilderten 15 Minuten Fußweg zur Landesgartenschau auf mich, um dann doch nicht hineinzugehen, da mir 11 EUR doch irgendwie zu schade dafür waren.

Wieder zurück in der Altstadt entschied ich mit einem Blick auf meinen Stadtplan, die Liebfrauenkirche aufzusuchen. Nach anfänglichem Zögern, überzeugte mich ein Angestellter der Kirche, für 1 EUR statt 2 auf den Turm hochzusteigen und ein wenig die Aussicht zu genießen. Auch hier entstanden wieder einige Fotos.

Da mich schließlich trotz Birne und Saft der Hunger einholte, machte ich mich wieder auf den Weg zurück zur Hochschule. Gegen 16 Uhr saß ich wieder in meinem Zimmer und verdrückte ca. 1/3 der mit meinen Eltern gekauften Weintrauben. Auf dem Bett liegend, schaffte ich schließlich noch ein paar Seiten von Patrick Süskinds Roman und machte schließlich doch ein Mittagsschläfchen, als mir die Augen zu schwer wurden.

Zum Abendbrot gibt es nun Beutel-Milchreis und eigentlich wollte ich später noch mal in die Stadt und schauen, wie Wernigerode denn bei Dämmerung bzw. Nacht ausschaut. Wegen schlechten Wetterbedingungen (sprich Regen) und mangelnden Hilfsmitteln (Regenschirm), muss ich mir für den Abend nun scheinbar etwas anderes überlegen. Hoffentlich wird es morgen schöner. :)

Umzug

15.09.2006

Der Tag des Umzugs ist gekommen. Da ich am Vortag noch bis 17 Uhr gearbeitet habe, blieb nur der Abend, um alle benötigten Dinge einzupacken. Am nächsten Morgen sind wir dann um ca. 6 Uhr aufgestanden und fuhren ca. eine Stunde später mit zwei Autos Richtung Wernigerode. Da mein Paps das ohne Frage größere Auto hatte, sah die zu tragende Last deutlich eher nach einem Umzug aus, als das, was meine Mum und ich im Auto hatten. Nach gut 3 Stunden Autofahrt stellte sich das erste Problem: Der Hausmeister war momentan nicht da, weil in einem anderen Studentenwohnheim jemand kurzfristig einen Termin zum Ausziehen vereinbart hatte. Doch es dauerte nicht lande bis er wieder vor Ort war und ich meinen Zimmerschlüssel in der Hand hielt.

Nach dem ersten Blick erkannten wir, dass einige Dinge (Schreibtisch, Stühle, Teppich) wieder den Heimweg antreten konnten. Stück für Stück trugen wir alle benötigten Utensilien nach oben und stellten Möbel und PC schon an ihren rechten Fleck. In einem nahegelegenen Supermarkt kauften wir schließlich noch ein paar Nahrungsmittel für die bevorstehenden zwei Wochen ein. Nicht zu viel, da der Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche noch nicht angeschlossen ist und wir keine Möglichkeit sahen, dass selbst zu tun. Bevor meine Eltern nun wieder ihre Heimreise antraten, gab es in einem nahe gelegenen Bistro noch etwas zum Mittag. Dann hieß es erstmal Abschied nehmen.
Wieder in meinem Zimmer angekommen, was im Übrigen gar nicht so schlecht ist, schaltete ich zunächst mal meinen PC ein, um mit Musik ein wenig positive Energie zu tanken. Gleich kam die Information, dass mein kleiner Rechner ein Drahtlosnetzwerk (das auf dem Campus) erkannt hat, doch ohne die Zugangsdaten kam ich hier nicht weiter. Also räumte ich wohl oder übel alle Sachen aus. Da ich leider vergessen hatte, ein paar Kleiderbügel einzupacken, erwies sich die Verteilung der Kleider als doch recht kompliziert, aber an Stauraum mangelt es hier glücklicherweise nicht.

Um nicht den Rest des Tages auf meinem Zimmer zu versauern, machte ich mich dann auf den Weg in die Stadt. Zu Fuß. Die Strecke kannte ich schon, da Evi und ich im Mai, als wir zum Tag der offenen Tür hier waren, den Weg schon einmal gelaufen sind. Nach ca. 20 Minuten kommt man schließlich in der Altstadt an. Auf der Suche nach der Buchhandlung, von der mir mein Deutschlehrer auf dem Abiball erzählt hatte, spaziere ich zunächst in die “Weltbild“-Buchhandlung. Dort finde ich allerdings nicht mal ein halbwegs passendes Geschenk für meine Freundin und besonders hübsch war sie auch. Die typische Standardbuchhandlung halt. Beim rausgehen fällt mir jedoch eine ältere Buchhandlung auf, die zugleich Antiquariat ist. Dort kaufe ich mir schließlich doch noch ein Buch: “Das Parfum“ von Patrick Süskind. Das Buch hatte ich mir vor zwei Jahren von meiner damaligen Deutschlehrerin ausgeliehen und gelesen und nun hatte ich es endlich selbst. Den Aufkleber “Das Buch zum Film“ entfernte ich zu Hause aber erstmal. o.o”

Auf der Liste meiner Ziele standen dann erstmal ein Drogeriemarkt (Rossmann war nicht weit), die Sichtung einer Volksbank (gleich schräg gegenüber von Rossmann) und die Touristeninformation, in der ich mir für 5 EUR einen Stadtführer leistete. Bevor ich wieder zurück zur Hochschule lief, schaute ich mich noch ein wenig in der Altstadt um.
Am Abend testete ich schließlich die Duschen aus, denn ich hatte ja den Tag über definitiv genug geschwitzt. Zum Essen gab es Stulle mit einem schon etwas weich gewordenen Käse. Die Tupperbüchse mit en leicht verderblichen Lebensmitteln stellte ich für die Nacht nach draußen auf der Fensterbrett, in der Hoffnung, es würde die Lebenszeit ein wenig verlängern. ^^’

Müde und doch irgendwie mitgenommen, lag ich um ca. 21 Uhr schließlich in den Federn. Das Bett ist doch relativ hart und so dauerte es eine Weile, bis das mit dem Einschlafen funktionierte.

Vorzeitiger Start

Wieder gibt es eine kleine aber überraschende Änderung für den geplanten Verlauf meines letzten Monats in Wittstock.

Eigentlich dachte ich, ich würde einfach mein Prakikum beenden und die letzte Woche noch ein wenig die freie Zeit genießen… und endlich ein wenig meine schon bezahlten Stunden in der Schwimmhalle nutzen, aber nein. Nun kommt alles ganz anders.

Gestern flatterte ein Brief aus Wernigerode in unser Haus: Eine Einladung zu einem Vorkurs für Mathematik, der freiwillig besucht werden kann. Da ich ja am 15.09. sowieso in Wernigerode zwecks Einzug bin und der zweiwöchige Kurs am 18.09. beginnt, passen die Termine scheinbar richtig gut zusammen.

Meine Eltern, d.h. speziell mein Paps, sind eigentlich der Meinung, dass ich das nicht nötig hätte, aber nach 4 Monaten ohne Mathe sagt mir mein Bauch, dass ich mich doch weitaus wohler fühlen werde, wenn ich bei diesem Kurs mitmache. Das gibt mir gleichzeitig ein wenig Zeit, mich vor Ort einzuleben.

Am 29.09. würde ich dann wohl wieder nach Hause fahren, denn am Abend wollte ich ja ein paar Freunde zu einer kleinen Abschiedsparty einladen und am Wochenende würden dann wahrscheinlich meine Großeltern vor der Tür stehen, da ich ja zu meinem Geburtstag selbst nicht zu Hause sein würde. Da gilt es also noch im Nachhinein ein wenig Kuchen zu essen und ein wneig zu plaudern, bevor man sich von der Heimat verabschiedet.

Aber auf eine Rückkehr brauchen meine Eltern wohl nicht allzu lange zu warten, denn Mitte Oktober ist das Abschlussturnier unsereres Tennisvereins, bei dem ich gern ein letztes Mal mitmachen würde, um mich auch dort von allen zu verabschieden.

Die Schnelligkeit mit der mir zur Zeit jede Minute durch die Finger rinnt (außer natürlich auf Arbeit) ist beängstigend. Ich sollte dringenst mein Zeitmanagement überarbeiten, bevor ich gar nichts mehr schaffe… *seufz*

Das Ende in Sicht

Da ist er nun also. Der September ist mal wieder ins Land geklärt. Der normale Alltag des Kalenderblätter abreißens hat mich noch nicht komplett eingeholt und so gibt es immer noch den ein oder anderen, der meint, es wäre doch August.

Wie relativ unbedeutend so ein Monatswechsel doch normalerweise an mir vorbeizieht. Aber jetzt, wo der September da ist, wird mir erst so richtig bewusst, wie wenig Zeit ich ja eigentlich nur noch hier zu Hause in Wittstock bin. Da gibt es diesen Freitag noch eine Geburtstags-/Abschiedsfeier, mein Einzug in Wernigerode, das Ende meines Praktikums, mein eigener Geburtstag, mein letztes Training auf dem Platz, meine eigene Abschlussfeier…

Abschlussfeier. Das letzte mal habe ich soetwas vor ca. 11 Jahren gefeiert, als wir von Finsterwalde nach Wittstock gezogen sind. Bis jetzt hatte ich noch nicht wirklich viel Zeit einen klaren Gedanken daran zu verschwenden und mir genauer zu überlegen, WAS ich mit WEM überhaupt machen will.

Grund dafür? Natürlich, die Vorbereitungen für Oktober, der Ärger mit der Wohnungssuche. Beinah hätte man sagen können, dass der Oktober sich schon in meinen Kopf schiebt, bevor er überhaupt da ist, doch heute früh scheint sich eine Lösung für das Wohnungsproblem gefunden zu haben. Zufälliger weise hat jemand einen Wohnheimplatz auf dem Campus abgegeben – den werde ich jetzt beziehen. Ein eigenes Zimmer, internetanschluss möglich, Waschbecken im Raum – alles andere muss gemeinschaftlich genutzt werden. Sprich: Toiletten und Waschräume auf dem Gang. Nagut, da kann ich mit leben, eigentlich sogar sehr gut. :)