Sonea – Die Königin

Hinweis: Es handelt sich um den dritten Teil der Reihe um die Schwarzmagierin Sonea von Trudi Canavan. Die Rezension zum ersten Teil findet ihr hier: Sonea – Die Hüterin.

Sonea: Die KöniginKlappentext:

Überglücklich, weil ihr Sohn Lorkin nach Hause kommen wird, bereitet die Schwarze Magierin Sonea sich als Vertreterin der Gilde auf ein Treffen mit den Verräterinnen vor. Doch dann erhält sie die Nachricht, dass Lorkin vom sachakanischen König festgehalten wird, der von ihm alles über die rebellischen Verräterinnen erfahren will. Und damit ist ihre Reise nach Sachaka viel mehr als die geplante diplomatische Mission – es ist die Rettungsmission einer verzweifelten Mutter.

In Kyralias Hauptstadt Imardin gelingt es dem wilden Magier noch immer, der Gefangenschaft durch die Gilde zu entgehen und zwischen ihm und der Herrschaft über die Unterwelt steht nur noch ein einziges Hindernis: Soneas alter Freund Cery. Als Cery von Meuchelmördern bis in seine letzte geheime Zuflucht getrieben wird, ist es an Lilia ihn zu beschätzen – während sie gleichzeitig zu Soneas Nachfolgerin ausgebildet wird. Doch Lilias Lehrer, der Schwarzmagier Kallen, muss seine ganz eigenen Kämpfe ausfechten. Und in Sachaka steht Lorkin vor einer lebenswichtigen Entscheidung: Wem gilt seine Treue und welche Opfer wird er für seine Loyalität bringen?

Die Story

Nachdem Lorkin in Sachaka vom Versteck der Verräterinnen ins Gildehaus zurück gekehrt ist, wird er vom König vorgeladen. Da es sich bei den Verräterinnen um eine Rebellengruppe handelt, möchte er natürlich möglichst viel über sie heraus finden, doch Lorkin verweigert eine Gedankenlesung. Daraufhin wird er ins Verlies gesperrt und darf zunächst nicht ins Gildehaus zurück kehren.

Diese Entwicklung sorgt für entsprechende Spannungen zwischen dem Gildebotschafter Dannyl und Ashaki Achati – dem Berater des sachakanischen Königs, und führt Dannyl in eine Zwickmühle, der in Achati gern mehr als einen Freund sehen würde.

Da die Verräterinnen um eine Verhandlung mit der Gilde gebeten haben und aufgrund der neusten Entwicklungen in Sachaka, wird Sonea nun ebenfalls nach Sachaka geschickt. Sie wird begleitet durch Lord Regin. Einem Gildemagier, der sie als Novizin immer viel geärgert hatte. Doch seit dem Kampf um Imardin, bei dem der hohe Lord Akkarin ums Leben kam (erste Triliogie “Die Gilde der schwarzen Magier”) hat er sowohl Respekt, als auch Bewunderung für Sonea entwickelt. Er hatte sie bereits bei der Suche nach dem wilden Magier Skellin unterstützt und nachdem seine Ehe zerbrochen ist, ist eine Reise nach Sachaka eine willkommene Abwechslung.

Da Sonea nun nicht mehr vor Ort ist, bleibt die Novizin Lilia als einzige direkte Verbündete für Cery, Gol und Anyi. Nach einem weiteren Anschlag flüchten der Cery, der Dieb von der Nordseite, sein Leibwächter Gol und seine Tochter Anyi in die Tunnel unter der Gilde. Lilia versorgt sie mit Lebensmitteln und Lampenöl, während ihre untergetauchten Freunde Pläne schmieden, wie sie Skellin in eine Falle locken könnten. Doch der Schwarzmagier Kallen, der mit der Suche nach Skellin betraut ist, scheint kein größeres Interesse an der Suche zu haben und bittet Cery – durch Lilia – sich bedeckt zu halten. Fast zweifelt Lilia, ob er überhaupt ein Interesse daran hat, Skellin zu fangen, da Kallen schließlich süchtig nach Feuel ist. Einer Droge, die Skellin in die Stadt importiert.

Wie es sich liest

Alles in allem ist das Buch nicht schlecht. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die nun Stück für Stück aufgelöst werden müssen. Dabei zögert die Autorin auch nicht, unliebsame Entscheidungen zu treffen und sich gar von der ein oder anderen liebgewonnen Figur zu trennen. Dennoch blieb der erwartete Suchtfaktor, wie ich ihn beim dritten Buch ihrer Triliogie “Die Gilfe der schwarzen Magier” erlebt hatte, aus.

Natürlich liest man weiter, doch teils eher, um zu sehen, wie sich die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln, als aus Spannung am eigentlichen Handlungsverlauf. Das fand ich irgendwie etwas enttäuschend und hatte mir mehr erwartet.

Auch den Titel fand ich etwas irreführend. Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass die Titel “Die Hüterin”, “Die Heilerin” und “Die Königin” immer Sonea beschrieben. Ich war also irgendwie in der Erwartung gefangen, dass Sonea zur Königin – vielleicht der Verräterinnen – werden würde. Das ist in jedem Fall nicht so und geht aus dem englischen Titel auch besser hervor: “The Traitor Spy 3 – The Traitor Queen”

Wer die letzten zwei Bücher gelesen hatte, sollte diesen Abschluss dennoch ruhig lesen, da er trotz allem einen runden Abschluss der Serie bildet.

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Sonea - Die HeilerinHinweis: Es handelt sich um den zweiten Teil der Reihe um die Schwarzmagierin Sonea von Trudi Canavan. Die Rezension zum ersten Teil findet ihr hier: Sonea – Die Hüterin

Klappentext:

Die Schwarze Magierin Sonea ist aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten die wichtigste Beschützerin von Kyralia. Anerkkung und hohes Ansehen, aber auch die Verwicklung in Intrigen und große Verantwortung sind der Preis für die Erfüllung ihrer Pflicht. Außerdem wird es Sonea durch ihre Stellung ermöglicht, ein Krankenhaus für die Ärmsten des Reiches zu führen. Besonders daraus zieht sie Kraft und die Sicherheit, das Richtige zu tun. Da geschieht ein Mord, begangen mit Schwarzer Magie, und lenkt sie von ihrer Aufgabe ab. Denn es gibt nur zwei Zauberer, die dazu fähig sind: der Schwarze Magier Kallen, der ein wasserdichtes Alibi hat – und Sonea selbst. Sonea muss alles daran setzen, sich von dem Verdacht reinzuwaschen und das Vertrauen der Magiergilde zurückzuerlangen. Denn ohne sie ist Kyralia einem Angriff der finsteren Magier von Sachaka hilflos ausgeliefert. Dabei hat Sonea eigentlich viel drängere Sorgen: Ihr Sohn Lorkin ist verschwunden. Und verantwortlich dafür sind nicht ihre größten Feinde – die brutalen Magierherrscher von Sachaka -, sondern eine neue Macht, die Sonea noch nicht einzuschätzen vermag …

“Sonea – Die Heilerin”, Penhaligon Verlag

Vorab ein Kommentar zum Klappentext:

Welcher Idiot hat eigentlich diesen Klappentext geschrieben bzw. übersetzt? Zum einen, ist in den Büchern niemals die Rede von Zauberern. Wir sind hier nicht bei Harry Potter! Es sind immer Magier. Punkt. Aus. Ende. – Darüber hinaus finde ich, dass der Klappentext einige Tatsachen verdreht, Dingen Gewicht gibt, die dann im Buch gar nicht so sind. Sowas ist für mich leider nicht nachvollziehbar.

Die Story

Lorkin ist mitlerweile in die Gesellschaft der Verräterinnen halbwegs integriert. Er gehört als männlicher Magier zu einer Minderheit in der von Frauen dominierten Gesellschaft. Da er sein Wissen um die Heilkünste bisher nicht teilen will, soll er im Hospital der Stadt arbeiten. Dieses untersteht jedoch ausgerechnet Kalia, die zu der Gruppe der Verräterinnen gehört, die Lorkin für das gebrochene Versprechen seines Vaters eher tot sehen will. Sie hofft, ihn bei der Nutzung seiner heilenden Magie beobachten zu können, um so etwas zu lernen. Doch Lorkin verzichtet auf seine Magie und hilft auf traditionelle Art, während er gleichzeitig mehr über magische Edelsteine herauszufinden versucht, die die Verräterinnen herstellen. Ist es eine neue Form von Magie? Lorkin ist erpicht, das Geheimnis zu lernen und der Gilde womöglich neues Wissen mitbringen zu können, sollte es ihm jemals möglich sein, das Sanktuarium zu verlassen.

Sonea scheint in Imardin mit der Gefangennahme von der wilden Magierin Lorandra einen ersten Erfolg erzielt zu haben, doch ihr Sohn Skellin scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Skellin ist ebenfalls ein wilder Magier und wollte mit Feuel und der Magie die gesamte Unterwelt unter seine Kontrolle bringen. Trotz der Hilfe von Cery und seinen Freunden scheint es unmöglich, Skellin ausfindig zu machen.

Botschafter Dannyl, der nach Lorkins Verschwinden nun eine neue Assistentin hat, entschließt sich, eine Forschungsreise nach Duna zu unternehmen. Auf der Suche nach Lorkin hatte er von dem Duna, der den Sachakanern als Fährtenleser diente, erfahren, dass die Verräterinnen das Wissen um magische Edelsteine von den Duna gestohlen hatten. Vielleicht können die Duna das Rätsel um den mysteriösen Lagerstein lüften, von dem in einigen alten Aufzeichnungen die Rede war?

Neben diesen drei Hauptsträngen, treten neue Figuren auf den Plan. Wir begleiten Lilia, eine Novizin deren Eltern als Dienstboten arbeiten, die sich mit Naki, einer Novizin aus den Häusern, anfreundet. Sie nimmt den Neid und die Skepsis ihrer alten Freunde in Kauf, um auch bei Naki übernachten zu können, die ihr die Bibliothek ihres Vaters zeigt und einen Hang zu verbotenen Dingen hat. Doch wird es bei Wein und Feuel bleiben? Werden die Mädchen womöglich völlig abhängig werden?

Wie es sich liest

Alles in allem hatte ich wieder die altbekannten Startschwierigkeiten. Nachdem Lorkin sich im letzten Buch zu einem Leben bei den Verräterinnen entschieden hat, wirkt der Handlungsstrang des Gildebotschafters Dannyl recht langweilig und ohne tiefere Bedeutung. Auch die Einführung der zwei Novizinnen stieß bei mir zunächst auf Irritation, da sich das Zusammenspiel mit der Gesamtstory nicht gleich erschließt. Ich gebe zu, ich hatte schon die Befürchtung, dass wir nun einfach wieder einer Novizin durch ihre Ausbildung folgen, doch das blieb uns zumindest in diesem Teil erspart.

Grundsätzlich gelingt es Frau Canavan auch in diesem Teil, die einzelnen Handlungsstränge im Laufe der Geschichte wieder miteinander zu verbinden, um neue Fragen und Probleme aufzuwerfen. Die finale Lösung wird es wohl erst mit dem dritten Band geben.

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Sonea – Die Hüterin

Sonea - Die HüterinKlappentext:

Zwanzig Jahre sind seit den Ereignissen in der Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier vergangen, als Sonea und Akkarin die Invasion der Schwarzen Magier aus Sachaka zurückschlagen konnten. Auf Wunsch der Gilde hat Sonea seither nur einen einzigen Magier in die Geheimnisse der Schwarzen Künste eingeweiht. Gemeinsam sollen sie beide Kyralia gegen einen erneuten Angriff aus Sachaka verteidigen. Doch Sonea ist nicht glücklich mit der Wahl, die die Gilde dafür getroffen hat: Kallen ist ein zwar ehrenhafter, aber auch harter und zu schnell urteilender Mann. Noch viel mehr beunruhigt Sonea allerdings der Ehrgeiz ihres Sohnes Lorkin. Kaum dass er das Studium der Magie abgeschlossen hat, brennt der junge Mann darauf, sich endlich zu beweisen. Zu diesem Zweck begibt Lorkin sich im Gefolge des neuen Botschafters der Gilde ausgerechnet nach Sachaka, wo den Magiern Kyralias immer noch unzählige Gefahren drohen. Und als ob Sonea nicht schon genug Sorgen hätte, droht in der Unterwelt von Kyralias Hauptstadt Imardin ein Krieg auszubrechen, in den auch Magier verwickelt zu sein scheinen – ein gefährlicher Konflikt, der alles, was in den Jahren des Friedens mühsam aufgebaut wurde, für immer zerstören könnte …

“Sonea – Die Hüterin”, Penhaligon Verlag

Die Story

Die finale Schlacht der letzten Trilogie ist nun bereits Jahre her und Lorkin, der Sohn von Sonea und Akkarin, welcher erst nach der Schlacht auf die Welt kam, ist längst zu einem erwachsenen Mann herangewachsen. Da die Stadt bereits bekannt ist, hält sich Trudi Canavan nicht mit langen Beschreibungen gefühlt unwichtiger Details auf, vielmehr erleben wir auf den ersten Seiten bereits die Anfänge des im Klappentext angedeuteten Konflikts in der Unterwelt. Die Story teilt sich im Wesentlichen in 3 Erzählungsstränge auf.

Cery, ein Dieb und Kindheitsfreund von Sonea, findet plötzlich seine Familie tot auf. Sie wurden in einem sicher geglaubten Versteck ermordet und so versucht er aus Verzweiflung und Rachegelüsten das Geheimnis zu lüften. Könnte der Mörder womöglich auch jener “Jäger der Diebe” sein, der in letzter Zeit immer wieder verschiedene Diebe ermordet hatte. Galt der Anschlag vielleicht ihm?

Von all dem bekommt Sonea nichts mit, denn seit der finalen Schlacht ist es ihr verboten, das Gelände der Gilde zu verlassen. Die einzige Ausnahme bilden die Hospitäler in der Stadt, die sie leitet und in denen nun endlich auch die ärmere Bevölkerung der Stadt Hilfe von Heilern finden kann. Sonea ist längst verstrickt in die politischen Ränke der Gilde und wird von ihrem Kollegen Kallen stehts überwacht. Überraschender Weise scheint ihr Rivale aus Novizen-Zeiten Regin erwachsen geworden zu sein. Hatte er sie als Novizin immer schikaniert und ihr Streiche gespielt, entpuppt er sich nun als ernsthafter Mann, der durchaus mit ihr gemeinsam an einem Strang ziehen kann.

Lorkin, Soneas Sohn, hat seine Universitätsausbildung abgeschlossen. Ihn reizt die Historie und er hat den Wunsch, einmal neue Arten von Magie (wieder) zu entdecken. Er denkt, dass es neben schwarzer Magie vielleicht noch andere Arten von Magie geben könnte, die über die Jahre in Vergessenheit geraten sind. Dannyl, der sich in den vergangenen Jahren mit dem Zusammenstellen der kyrallischen Geschichte befasst hat und nun nach Sachaka möchte, um neue Erkenntnisse zu sammeln. Er bewirbt sich entsprechend als neuer Gildebotschafter und Lorkin bietet sich an, ihn als sein Assistent zu unterstützen. Seine Mutter sträubt sich zunächst heftig. Sie befürchtet, Lorkin könnte aufgrund der Rolle, die sein Vater bei der Bekämpfung der Ichani-Invasion gespielt hat, in Gefahr geraten. Es kommt jedoch anders, als es alle dachten.

Wie es sich liest

Obwohl man relativ schnell in die Story hinein kommt, entpuppte sich gerade der Erzählstrang um Sonea für mich als sehr langatmig. Da sie die Gilde nicht verlassen darf und praktisch auf Schritt und Tritt beobachtet wird, gibt es dort nur wenig Action, während man sich mühsam durch die erste Hälfte des Buches kämpft. Auch die langwierige Reise nach Sachaka von Lorkin und Dannyl hätte für meinen Geschmack ruhig zusammengerafft werden können. Dieses langsame Anlaufen der Geschichte ist etwas, dass ich bereits früher bei der alten Reihe bemängelt hatte. Doch wie auch bereits bei den ersten Büchern, die ich von Trudi Canavan gelesen habe, platzt irgendwann der Knoten. Die Geschehnisse kommen ins Rollen, es wird spannend und so richtig möchte man das Buch nicht aus der Hand legen.

Neu – im Vergleich zur alten Serie – ist die Anzahl der Erzählstränge. In der ersten Reihe folgten wir zu Beginn vorrangig Sonea und erst später, teilten sich die Erzählstränge etwas auf, als Sonea und Akkarin die Gilde verlassen. Diese Reihe startet nun gleich mit drei verschiedenen Aspekten, die für meinen Geschmack zu viel Tempo aus der Geschichte nehmen.

Grundsätzlich ist das Buch für alle empfehlenswert, die die erste Buchreihe mochten. Wer die “Die Gilde der schwarzen Magier” bisher nicht gelesen hat, dem würde ich empfehlen, dort zu beginnen. Anderenfalls könnte man sich hier zunächst leicht erschlagen fühlen.

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