Kupferanemone

anemone

Ich hab ja bereits von dem Meerwasseraquarium meines Mitbewohners berichtet. Nach den Einsiedlern, Schnecken und dem Seeigel gab es weitere einzelne Korallen und eine Kupferanemone.

Jeder, der “Findet Nemo” kennt, hat schon einmal was von Anemonen gehört. Das ist nämlich das zu Hause der Clownfische. Ich habe in dem Film die Anemonen immer für Pflanzen gehalten. Doch das sind sie nicht. Wenn man über mehrere Tage hinweg das Aquarium beobachtet hat, fand man die Kopferanemone immer an unterschiedlichen Orten wieder. Denn sie wandert.

Das Gefährliche dabei ist, dass andere Korallen durch ihr Nesselgift zerstört werden können, wenn die Kupferanemone über sie herüber läuft. Daher muss sie erst ihren bevorzugten Platz finden, ehe weitere Korallen kommen. Die Kupferanemone, die zu den Blasenanemonen gehört, will ihren Stumpf in eine dunkle Höhle stecken. Seit ein paar Tagen hat sie ihren Standort nun nicht mehr verändert und ich denke, mein Mitbewohner wär froh, wenn sie dort bleiben würde. Denn sie streckt ihre Tentakel wunderbar in Richtung der Sofasitzecke.

Nun, bald werden dann auch kleine “Nemos” kommen. :-)

Bekannte Gesichter

Seit ich mein Praktikum in Hannover aufgenommen hab, hat das soziale Privatleben bei mir ganz schön abgenommen. Ein Werktag besteht bei mir hauptsächlich aus arbeiten, schlafen, essen und dann etwas fernsehgucken und surfen. Und am Wochenende? Da ich kaum jemand kenne, ist das sehr begrenzt.

Um so glücklicher war ich, gestern nach Wernigerode zu fahren. Da war Tag der offenen Tür an meiner Hochschule und ich konnte viele bekannte Gesichter sehen. Mit Olli seine Zeichnungen anschauen, mit den Leuten von der Campuszeitung etwas plaudern, sogar jemanden aus meiner Etage im Wohnheim habe ich gesehen. Ich war recht überrascht, zu hören, dass mein Zimmer immernoch frei stehe, obwohl der Hausmeister mir damals soviel Druck gemacht hatte, vor Ende des Semesters auszuziehen, damit noch jemand einziehen kann. Und natürlich waren auch zwei Freunde aus meinem Jahrgang da.

Alles in allem sehr schön, da bin ich zum Ende hin auch nur gern zum Aufräumen geblieben. =) Irgendwie muss ich mir hier noch was einfallen lassen, oder meine Plöne für einen Masterstudiengang im Anschluss nochmal festigen. ^^’

Die Bonuspunkte

Es gibt Situationen im Alltag, wo man mehr oder minder mit dem Alltag anderer Menschen konfrontiert wird. Dazu zählt für mich die meiste Zeit die Straßenbahn. Wenn sich etwa ein Mädchen laut mit ihrer Mutter unterhält, was sie alles an ihrem freien Tag zu tun hat und warum ihre Mutti ihr was aus der Stadt mitbringen muss und sie das nicht selber schafft.

Oder man schnappt Meinungen auf, die man mal innerlich bestätigt und mal drüber schmunzelt. Als ein Mann einmal meinte, “Die Raucher müsste man alle der Umweltverschmutzung verklagen.”, musste ich grinsen und stimmte ihm innerlich zu. Ich ekel mich jeden Morgen davor, aus dem Hauptbahnhof herauszutreten, wo die Raucher wie eine riesige, unausweichliche Traube hängen und einen Mantel ihres sehr charakteristischen Geruchs um den Ausgang legen. Das Luftanhalten hilft da nur bedingt.

Und gestern, gestern war mein Einkaufstag. Der Kühlschrank musste mal wieder aufgefüllt werden. In der Regel gehe ich da zum Aldi, der ist bei uns nicht zu groß und für meine Verhältnisse finanziell tragbar. Doch da er eben nicht so groß ist, fehlten zwei Sachen auf meiner Einkaufsliste und ich fuhr doch noch zum real. Der ist bei uns sehr groß, was mit einer der Gründe ist, warum ich ihn meide. Der andere ist, dass direkt darüber Saturn ist, und ich mich irgendwie davon abhalten muss, Geld für DVD- oder CD-Angebote auszugeben. (Wie etwa das erste Album für Roger Cicero für 6,00 EUR – argh)

Nun, ich konnte mich eines Gangs durch die Reihen bei Saturn nicht entziehen, aber rechtzeitig an den meisten Angeboten vorbeigehen und so gutes Gewissens – nämlich ohne etwas gekauft zu haben – zu real gehen. Die zwei fehlenden Dinge waren schnell gefunden und schon fand ich mich an der Kasse wieder. Vor mir ein junger Mann im Anzug, der einen riesigen Einkauf erledigt hatte. Der Einkaufspreis ging insgesamt knapp über die 100 EUR. Da er mit einem 500 EUR Schein bezahlte, musste erst jemand losgeschickt werden, der das Geld wechseln würde. Während wir so warteten kassierte mich die Frau schonmal ab. Während wir so warteten machte die gute Frau erstmal alles soweit fertig und kam auch zu der Frage, ob er denn die Bonuspunkte haben möchte. “Nein.”, meinte er. “Aber vielleicht will sie jemand anders haben. Das müssten ja schließlich ein paar sein.” Da drehte er sich zu mir um, wollen sie die haben?

Ich kaufe nciht oft bei Real ein, daher lohnt das für mich kaum, aber ich weiß ja, dass mein Mitbewohner sie immer wieder einklebt, also nickte ich. “Gern.” Die Frau gab ihm 21 Bonuspunkte-Aufkleber, die er mir daraufhin in die Hand drückte. Da soweit, bis auf das Wechselgeld, alles geklärt war, kassierte sie nun mich ab. Mit meinen 3 EUR nochwas hatte ich mir natürlich keinen Bonuspunkt verdient (die gibts erst ab 5EUR). Freundlich bedankte ich mich nochmal bei dem jungen Mann und wünschte ihm ein schönes Wochenende.

Irgendwie war ich total überrascht und fand es gleichzeitig sehr nett von ihm, die Punkte einfach weiter zu verschenken, statt sie einfach nur nicht anzunehmen. :)

Zu zweit auf zwei Rädern

maedchen_einrad

Auf dem Weg zur Straßenbahn hatte ich den einen Morgen letzte Woche eine seltsame Begegnung. Ich muss zur Haltestelle immer für ca. 7 Minuten durch die Gärten gehen und am Morgen kommen mir da auch immer viele Kinder auf dem Weg zur Schule entgegen. Zu Fuß und mit dem Rad. Doch an diesem Morgen kamen mir zwei Mädels, sie waren vielleicht 11 oder 12 jeweils auf einem Einrad entgegen. Die Ranzen auf dem Rücken hielten sie sich an den Händen und bogen zielsicher um eine Kurve.

Ich war beeindruckt. In der 9. oder 10. Klasse hatte ich mich selbst einmal an einem Einrad versucht. Allerdings mit Hilfe und an einer Wand. Und ich bin damals kläglich gescheitert.

So fasziniert war ich von diesem Anblick, dass ich auf Arbeit als erstes zu einem Kuli griff, ein Blat aus meinem karrierten Blog riss und gezeichnet habe. Ein Hoch auf Photoshop, sonst müsstet ihr noch das Karomuster vom Papier ertragen. ;)

Grün oder Blau?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alte Eigenarten legt er nur langsam wieder ab. So scheint es auch der deutschen Polizei zu gehen.

An den Anblick blauer und grüner Fahrzeuge hat man sich ja in der Übergangsphase gwöhnt. So ein neues Auto kostet ja schließlich eine Menge. Und jeder kann es wohl verschmerzen, einen Polizisten in der alten, bekannten grünen Uniform zu sehen. (Ich gebe ja zu, nur bei der blauen Uniform guck ich länger hin, das erinnert mich immer ein wenig an die italienische Polizei.)

Letztes Wochenende gab es dann eine Diskussion. Wie ist das, wenn zwei Polizisten auf Streife sind und einer grün und einer blau trägt? Ich konnte gar nicht recht glauben, dass sowas passiert und wir kamen auch einstimmig zu dem Ergebnis: Zwei Streifenpolizisten in Blau. Kein Problem. Zwei Streifenpolizisten in Grün. Kein Problem. Zwei Streifenpolizisten einmal in Grün und einmal in Blau? Also bitte!

Es kann ja nicht so kompliziert sein, das so zu koordinieren, dass zwei Streifenpolizisten, die gemeinsam Dienst haben, die gleiche Uniform tragen, oder?

Doch heute ist es mir auch passiert. Auf dem Hauptbahnhof Hannover liefen mir auf dem Heimweg zwei Polizisten in genau dieser Kombination über den weg.

Zunächst verdutzt und dann kopfschüttelnd ging ich an ihnen vorbei. Meiner Meinung nach, sollte die Polizei Respekteinflößend sein – und das gelingt sicherlich nicht durch eine Mischung von alter und neuer Uniform…

Vielleicht liest es ja jemand, der für die Koordination der Uniformen zuständig ist und hat in den nächsten Tagen mal ein Auge drauf. *scherz*

Aber vielleicht seh ich das Ganze auch zu verbissen. Rückmeldungen und Diskussion wie immer erwünscht. :)