Alles auf Anfang

Turbulente Zeiten liegen hinter mir, zumindest aus beruflicher Sicht. Ich sah mich leider gezwungen, Ende letzten Jahres meinen alten Arbeitsgeber zu verlassen und wagte einen Neuanfang. Nach kürzester Zeit wurde ich unheimlich unzufrieden und so kündigte ich die neue Stelle wieder nach nur 3 Monaten, um mich als Freiberufler zu versuchen.

Die feinen Unterschiede der Selbstständigkeit

Wenn sich jemand selbstständig macht, dann schauen wir oft ganz erfurchtig zu diesen Personen hin. Selbstständigkeit klingt wie ein großes Abenteuer, wie viel Freizeit und viel Geld. So vielleicht das Klischee. Als ich mich entschlossen hatte, mich als Freiberufler selbstständig zu machen, war ich davon ausgegangen, dass ich einige Teile der Arbeit von zu Hause aus würde erledigen können. Doch schlussendlich stellte sich dies als Trugschluss heraus. Nur bei ein paar Kleinprojekten konnte ich wirklich von zu Hause aus arbeiten.

Für größere Projekte verlangte man, dass ich vor Ort arbeitete. Das war innerhalb von Hannover noch recht einfach machbar, doch auch aus München erhielt ich eine Anfrage und dort stellte man ähnliche Ansprüche. Ich brauche wohl nicht dazu zu sagen, dass die Zusammenarbeit in München nicht zu Stande kam?

Selbstständigkeit hat viele Facetten. Ich bewundere jene, die wirklich gründen und sich etwas aufbauen. Man geht ein Risiko ein, übernimmt vielleicht auch Verantwortung für Mitarbeiter, doch man hat die Chance, irgendwann auf sein Werk zu blicken (Firma, Restaurant etc.) und stolz zu sein. Als Freiberufler sieht das irgendwie anders aus. Man verkauft 1:1 seine Arbeitszeit. Man unterscheidet sich von einem Angestellten eigentlich nur dahingehend, dass es nicht planbar ist, man keinen Urlaub hat, man einfach auch nicht bezahlt wird, wenn man krank ist und man dann nach der Rechnungsstellung noch seinem Geld hinterher laufen darf. Okay, ein wenig überspitzt, doch im Grunde ist es genau so. Dazu kommt auf der emotionalen Seite, dass man immer nur der Handlanger ist, der eingekauft wird, wenn Manpower benötigt wird. Man ist kein Teil eines Teams und man baut auch nichts (mit) auf.

All diese Gründe haben schlussendlich dazu beigetragen, dass ich mich entschlossen habe, meine Tätigkeit als Freiberufler wieder zu beenden.

Ein neuer Job muss her

Kaum war ich zu der Erkenntnis erlangt, dass es so nicht weitergehen könne, begann ich mich nach Jobmöglichkeiten umzusehen. Konzeption schied bereits aus, da die Agenturlandschaft in Hannover nur schwach ausgeprägt ist und ich keine Lust auf einen Umzug nach Hamburg hatte. Also besann ich mich auf meine ursprüngliche Stärke: Organisation und Projektmanagement und begann, Stellenausschreibungen zu durchstöbern. Schließlich fiel mir auch eine Anzeige für eine Stelle als Projektmanager Online beim Heise Zeitschriften Verlag ins Auge.

Da man auch als Freiberufler einen CV verschicken musste, war die Fertigstellung meiner Unterlagen schnell gemacht und die Bewerbung schließlich über das Portal verschickt. Es dauerte nur ein paar Tage, bis ich einen Anruf erhielt und zu einem Gespräch gebeten wurde. Das ist nun knapp 2 Monate her. Es folgte ein Probearbeiten und ein weiteres Gespräch und dann war es am Montag schließlich so weit: Mein erster Arbeitstag!

Obwohl ich mich zwischenzeitlich durchaus auch an die geregelten Arbeitszeiten meiner Kunden halten musste, so werde ich wohl etwas brauchen, bis mich die Routine ganz wieder hat. Ich will auf jeden Fall auch austesten, wie sich der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad bewältigen lässt. Angeblich soll das noch schneller sein, als mit der Stadtbahn, und die Bewegung würde mir wirklich gut tun.

Wie geht es weiter?

Bis Ende des nächsten Monats will ich alle Projekte abgeschlossen haben und dann meine Freiberuflichkeit wieder abmelden. Eigentlich hätte ich mir das bereits zu Ende August gewünscht, doch auf ein paar Projekte habe ich wegen der Urlaubszeit den Deckel einfach nicht draufgekriegt. Viel gibt es da nicht mehr zu tun und ich hoffe, es geht alles reibungslos von der Bühne. Dann gilt es den Abschluss mit der Steuerberaterin zu machen und schauen, was ich bei der Krankenkasse noch nachzahlen darf. Anfang des kommenden Jahres werde ich dann sehen, was ich noch an Einkommenssteuer abführen darf und dann ist alles wieder in normalen Bahnen. Parallel arbeite ich bereits regulär bei Heise und werde mich in zukünftig wieder bei Auswahlseminaren der Studienstiftung engagieren.

Ich möchte an dieser Stelle allen Danken, die mich in den letzten Monaten unterstützt haben, sowie meinen neuen Arbeitskollegen, die mich schon an meinen Probetagen super aufgenommen und einbezogen haben. Es wird eine spannende Zeit und es gibt viel Neues zu lernen.

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