Schreibversuch: Ein Blick in die Vergangenheit

Die ersten Schritte für den groben Rahmen der Geschichte sind absolviert. Diese waren bisher sehr abstrakt und so wird es nun Zeit, sich der Figur selbst zu widmen. Um sich ein erstes Bild von ihr zu machen, führt uns die erste Reise in die Vergangenheit.

Schritt 5.1 – Hintergrundgeschichte

Wer ist sie? Wie ist sie bisher aufgewachsen? Warum scheut sie sich vor dem Erwachsen werden?

Da ich bei dieser Aufgabe ziemliche Schwierigkeiten hatte, habe ich mich entschieden, die folgenden Zeilen aus der Perspektive der Hutmacherin zu schreiben.

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Mein Name ist Pia Ayleen Wagner, aber eigentlich nennen mich alle nur Pia. Ich bin 16 Jahre alt und lebe bei meinen Großeltern auf dem Land. Meine Mutter kenne ich kaum. Sie war als Kind von zu Hause weggelaufen, hat sich auf der Straße herumgetrieben und nahm Drogen. Nicht unbedingt die Vorstellung einer Bilderbuch-Mum, wie man sie sich vielleicht wünscht. Als die Polizei sie aufgriff war sie 19 und hoch schwanger. Es dauerte nicht lange und dann war ich auch schon da. Die Behörden steckten meine Mutter in eine Drogenentzugsklinik irgendwo in Süddeutschloand, während meine Großeltern auf mich aufpassten.

Ich habe sie seither kaum gesehen. Oft hat sie mir am Telefon verpsrochen, dass sie mich besuchen würde. Doch sie kam eigentlich nie. Schrieb mir ie eine Karte oder einen Brief. Angeblich ist sie heute irgendwo in Südeuropa. Doch das hat nichts zu bedeuten. Ich habe aufgehört, ihr zu glauben. Meinen Vater habe ich nie gekannt.

So wuchs ich also bei meinen Großeltern auf. Mein Opa ist ein recht strenger Mann. Er achtet sehr darauf, dass ich meine Hausaufgaben ordentlich mache und immer pünktlich zu Hause bin. Meine Oma ist da schon etwas anders. Sie hat ein sonniges Gemüt und summt oft still vor sich hin, wenn sie zum Beispiel in der Küche steht und kocht. Ich habe selbst auch ein paar kleine Aufgaben, die ich im Haushalt erledigen muss. Doch das dauert meistens nicht lange und dann kann ich den Rest des Tages ganz für mich nutzen und machen, was ich will.

Bei schönem Wetter liege ich dann im Garten und lese ein Buch oder ich gehe schwimmen. Ich liebe es, bei Sonnenschein und in der Stille der Natur im See zu schwimmen. Das ist der Moment, wo die Zeit still steht, wo ich meine Gedanken höre und alles andere sehr weit scheint. Es ist einfach ein berauschendes Gefühl von Freiheit. Zu Hause spiele ich dann mit meinem verschmusten Kater Karl oder spaziere durch das angrenzende Waldgelände.

Da ich das Gymnasium in der Nachbarstadt besuche, muss ich jeden Tag mit dem Bus zur Schule fahren. Das bedeutet früh aufstehen und nach dem Unterricht nicht den Bus verpassen. So verbringe ich eigentlich nur wenig Zeit in der Stadt und sehe meine Schulkameraden außerhalb des Unterrichts nur selten. Ich nehme an, die meisten meiner Schulkameraden finden ich und mein Leben wohl sehr langweilig, doch ich genieße die idyllische Ruhe der Natur und liebe meine Heimat. Ich muss nicht immer in die Ferne reisen, wie viele andere Kinder in meiner Klasse. Sie erzählen dann nach den Sommerferien von all den großen Städten und fremden Ländern, in denen sie waren.

Meine Großeltern haben nicht so viel Geld, daher gehen wir in den Ferien dann eher in der Region wandern oder relten am See. Ein bis zwei Wochen meiner Sommerferien kann ich in der Regel auch bei meiner Tante verbringen. Mein Onkel sehe ich fast nie, weil er immer auf Geschäftsreisen im Ausland ist. Manchmal fährt meine Tante mit und schickt mir dann Karten. Ich habe eine große Pinnwand voll mit Ansichtskarten in meinem Zimmer hängen. Irgendwann kann ich vielleicht auch diese fremden Orte besuchen.

Wenn ich bei meiner Tante bin, dann besuchen wir den Zoo in ihrer Stadt, fahren ans Meer oder essen einen großen Eisbecher in der Stadt bei ihrem Lieblingsitaliener. Ich kann mit ihr wirklich über alles reden. Oft schreibe ich ihr Briefe, erzähle von der Schule, meinem Kater und den Dingen, die mich beschäftigen.

(Wörter: 574)

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