Archive for the ‘Geschichtsbrocken’ Category

Spielplatz für Kinder bis 14

Sunday, February 7th, 2010

schaukel_altDer Sand knirschte unter ihren Sohlen, als sie sich dem Spielplatz näherte. Einsam und verlassen lag er vor ihr und ungeschickt setzte sie sich auf die große Ringschaukel. Es war Herbst. Gedankenverloren lauschte sie dem Wind, der durch die Bäume fegte, die Sonne, die die Wiese wärmte. Ruhig wippend gab sie sich der Einsamkeit des Parks hin.

„Der Spielplatz ist nur für Kinder bis 14.“

Erschrocken drehte sie sich um und der Wind blies ihr die Haare ins Gesicht. Hinter ihr am Gerüst stand ein junger Mann, das Haar vom Wind zerzaust. Doch sein Gesichtsausdruck passte kaum zu den harten Worten, die er zuvor noch an sie gerichtet hatte.

„Ich“, stotterte sie und sprang von der Schaukel. „Mach dir nichts draus.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Eigentlich wollte ich nur, dass mein Lieblingsplatz frei ist.“

Ungläubig starrte sie ihn an, als er sich auf den Platz setzte, an dem sie eben noch gesessen hatte. Ihr fehlten die Worte und er schien auch keinerlei Interesse zu haben, die wiedereinkehrende Stille zu unterbrechen.

Eine Schaukel ist meiner Meinung nach ein idealer Ort, um mal die Seele baumeln und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Unweit der WG in der ich derzeitig wohne, gibt es einen Spielplatz. Auf eben diesem Spielplatz steht ein Schild, dass das Betreten nur für Kinder bis 14 gestattet ist. Natürlich verstehe ich, dass erwachsene nicht auf den Klettergerüsten herumturnen sollen - dafür bin selbst ich etwas zu groß und müsste mich teilweise ganz schön verränken.

Als ich im Herbst eben auf diesem Spielplatz in einer Ringschaukel saß, fragte ich mich, wie ich wohl reagieren würde, wenn man mich darauf anspräche. Aus einer ernsthaften Überlegung erwuchs schnell eine Szene in meinem Kopf…

Für solche kleinen Fetzen gibt es ab jetzt auch eine eigene Kategorie. =)

Nachtgeflüster

Saturday, February 6th, 2010

nachtgefluesterDie Nacht legte sich wie ein schwarzes Tuch über Wald und Felder. Die Welt kam zur Ruhe und bald war nur noch der Wind in den Zweigen zu hören.

Hier und da hallte ein unheimlicher Schrei, der die Stille zerreißt. Ein Rascheln im Gebüsch und neugierige Tieraugen, die den Fremden misstrauisch hinterher blickten.

Nachtgeflüster begleitete sie auf dem Weg durch den Wald, während sie sich langsam den Lichtern der Stadt näherten.

In Erinnerung an einen ungewollten nächtlichen Spaziergang mit Maren in Wernigerode.