Deutsch polnisch historisches Seminar

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Im Herbst war es wieder soweit. Die Rückbegegnung unseres historischen Seminars. Diesmal kamen die polnischen Schüler nach Deutschland in die Bildungsstätte von Flecken Zechlin.

08. Oktober 2005
Flecken Zechlin liegt etwa 20 km entfernt von Wittstock und wir waren drei Wittstockerinnen, die etwas zu früh vor Ort waren. Uns wurde gesagt, dass es gegen 8 Uhr Mittag geben würde, aber wir hatten eigentlich angenommen, dass wenigstens die anderen Teilnehmer aus Deutschland früher erscheinen würden. Aber wir lagen falsch und so spielten wir ein wenig Billard und bezogen unser Zimmer. Wir hatten über eine Stunde Zeit, uns zu überlegen, wie wir unsere Zeit dort verbringen könnten…

Als schließlich alle angekommen waren, verhielten wir uns zunächst noch recht schüchtern. Wir schütteln uns die Hände mit den polnischen Mädchen und den deutschen Jungs und wussten nicht so richtig, was wir mit den polnischen Jungs anfangen sollten, denn sie waren bei der letzten Begegnung nicht dabei gewesen… Nach dem Abendbrot trafen wir uns im Konferenzraum, wo wir uns einander vorstellten, indem wir unsere Namen nannten, weil wir 4 neue Teilnehmer hatten. Danach spielten wir noch ein paar Kenenlernspielchen und gingen dann zu Bett, da besonders die polnische Gruppe recht erschöpft war.
09. Oktober 2005
Am nächsten Tag, es war ein Sonntag, spielten wir erneut ein paar Spiele um uns noch etwas besser kennenzulernen und nach dem Mittag starteten wir eine “Flecken Ralley”. Wir teilten uns in vier Gruppen auf und jede Gruppe erhielt einen Zettel auf dem stand, was zu tun war. Es gab auch einige Fragen, die wir beantworten mussten. Das hört sich noch nicht besonders kompliziert an, oder? Aber was ihr noch nicht wisst, ist das, dass der Text eine Mischung aus Deutsch und Polnisch war. So waren wir gezwungen zusammenzuarbeiten, so dass jeder verstand, was als nächstes zu tun war…

Am Nachmittag entschieden wir uns, ein wenig Kanu zu fahren. Nach einer Weile entschieden Steffi, Anne und ich im See schwimmen zu gehen – das letzte Mal in diesem Jahr. Es war ziemlich kalt, aber nach einer gewissen Zeit hörte es immerhin auf, weh zu tun. ^^’ Anne ist nicht viel geschwommen, aber Steffi und ich wollten zu den anderen schwimmen, die in ihren Kanus saßen. Dort angekommen entdeckten wir, dass zwei der deutschen Jungs ins Wasser gefallen waren. Ihre Jeans und Turnschuhe waren total durchnässt und Philipp hat sogar seine Brille dabei verloren. oÔ Am Abend spielten wir dann alle Tischtennis, Tischfußball und Billard mit den polnischen Jungs, welche entdeckten, dass sie Billard eigentlich ziemlich gern mochten.
10. Oktober 2005
Am Montag fuhren wir mit dem Bus nach Fürstenberg. In der Nähe von Fürstenberg gibt es ein ehemaliges Konzentrationslager für Frauen, dass “Ravensbrück” genannt wird. Ich war dort bereits zwei Mal, aber es war wieder interessant und ich sah ein paar neue Bereiche im Lager. Zuerst erhielten wir eine Einführung in der Hauptausstellung des Museums und danach machten wir uns auf den Weg zur Aufseherinnenausstellung. We wurden in Gruppen geteilt und jeder Gruppe wurde ein Raum zugeteilt, in dem sie arbeiten sollte. Ich durfte mit zwei der polnischen Jungs in einem Raum über die im Lager begangenen Verbrechen arbeiten.

So gab es zum Beispiel die “Mordaktion 14/13”, bei der ca. 1600 Gefangene durch Injektionen oder in Gaskammern getötet wurden. Dann gab es da noch die so genannten “Versuchskaninchen” an denen so genannte “Ärzte” Versuche durchführten. Sie legten ihnen Holz und andere Dinge in offene Wunden, schnitten teile von Knochen heraus und so weiter. Die meisten dieser Versuchskaninchen wurden danach umgebracht, doch einige überlebten und waren in der Lage der Welt zu zeigen, was diese Ärzte ihnen angetan hatten.
Nach dem Mittag folgte die Auswertung und jede Gruppe musste ihre gesammelten Informationen vorstellen. Unsere Gruppe entschied sich, diese Auswertung auf Englisch zu machen, doch es war auch gestattet, sie auf Deutsch bzw. Polnisch zu machen, denn Ewa übersetzte in diesen Fällen für den anderen Teil der Gruppe. :)

Als wir mit der Auswertung fertig waren, fuhren wir zurück nach Fürstenberg. Dort sollten wir nun ein paar Interviews mit Einheimischen führen. Unsere Gruppe hatte das Glück zwei Leute zu finden, die gewillt waren, mit uns zu sprechen. Doch auch wir hatten einen shclechten Start. Als wir zwei ältere Damen fragten, meinten diese, dass sie unsere Arbeit absolut wunderbar finden würden und dass sie froh sind, zu sehen, dass deutsche und polnische Schüler zusammenarbeiten würden, doch trotzdem wollten sie nicht mit uns über das Thema “Ravensbrück” sprechen… :-S
Dann trafen wir einen Mann, der zunächst meinte, er hätte nicht viel Zeit, doch dann redete er und redete und erzählte uns recht viel. Nicht, was er gesehen hatte, aber was er über die Zeit gehört hatte, als Ravensbrück noch Konzentrationslager war und wie es war, wenn die Gefangenen in die Stadt zum arbeiten kamen.

Später trafen wir auch eine ältere Dame, die uns erzählte, dass sie damals als Kind in Fürstenberg gelebt hatte. Sie erzählte, dass man nicht wusste, worum es sich bei “Ravensbrück” handelte, dass man glaubte, es handle sich dabei um ein einfachen Gefängnis. Erst als die Russen kamen, hätten sie erfahren, was es wirklich war, denn die Russen zwangen die Einwohner in Ravensbrück zu arbeiten, die Toten zu bestatten etc. Sie erzählte weiter, dass niemandem gestattet war, über Ravensbrück zu reden bis es zur Befreiung kam, denn anderenfalls bestand die Gefahr, selbst gefangen genommen zu werden…
Andere Gruppen erzählten uns, dass ein paar leute, die sie interviewt hatten, sogar glaubten, es bestünde kein Bedarf mehr, Ravensbrück als Museum zu erhalten und man es einfach schließen sollte. Andere widerum dachten, es wäre gut, so wie es momentan ist, doch man sollte nicht noch mehr extra Ausstellungen machen…

11. Oktober 2005
Der Text muss noch weiter übersetzt werden…

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